Mistral

Auszug aus dem Krimi „ImZeichen der Zwillinge“

…Der Mistral hatte das Land blank gefegt. Kein Wölkchen trübte den strahlend blauen Himmel. Es war wieder wärmer geworden, der Wind blies jetzt moderater und hatte das ohnehin schon staubtrockene Land noch weiter ausgedörrt. Jonas und Clara beschlossen, morgens Richtung Eygalières zu fahren. An der kurvigen Straße gab es einige Kilometer vor dem Ort einen Parkplatz. Von dort aus wollten sie den Fußweg über eine Anhöhe nach Eygalières wandern. Doch sie kamen nicht weit.
Am Ortsrand von Maussane gab es eine Straßensperre, Route barrée. Nordöstlich von Maussane standen Feuerwehr- und Polizeiautos. Ein Hubschrauber kreiste in der Luft. Waldbrand! Wieder einmal hatte der Feuerteufel in einer Mistralnacht zugeschlagen. Oft genügt da ein Funke, um einen Brand zu entfachen. Nicht selten handelt es sich um Brandstiftung.
Wie sie am nächsten Tag aus der Zeitung erfuhren, hatte das Feuer eine Fläche von 40 Hektar zerstört, zwei Anwesen am Ortsrand konnten gerade noch vor den Flammen gerettet werden. Ein kleines aus Stein errichtetes Gerätehäuschen im Lavendelfeld war dem Feuer zum Opfer gefallen. Zur Lavendelblüte war diese Cabane ein beliebtes Postkarten- und Fotomotiv. Jetzt lag das alte Gebäude in Schutt und Asche, das Land ringsum war kahl und schwarz. Ein trauriger Anblick!
Waldbrände sind im Sommer in der trockenen heißen Provence immer wieder ein großes Problem, ganz besonders wenn der Mistral bläst. Deshalb ist das Betreten der Wälder von Juni bis September reglementiert. Zum Schutz der Spaziergänger und der Natur wird der Zugang zu den Waldgebieten nach der jeweiligen Wetterlage geregelt…

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